TEAM BONSAI

 

Die Idee:

In einer Zeit, in der die Entwicklung von Technik, Kommunikation, Leistung und anderer alltäglicher Dinge rasant fortschreitet, bleibt die Entwicklung des Kindes wie gehabt. Die Natur ändert sich eben nicht so schnell wie die Technik. Der Alltag eines Kindes sah im Vergleich zur heutigen Zeit vor wenigen Jahren vollkommen anders aus.

In der Jugendarbeit, sowohl im sozialen als auch im sportlichen Bereich ist dieser Spagat in der kindlichen Entwicklung deutlich spürbar. Das menschliche Gehirn, welches sich bekanntlich im Kindesalter am stärksten entwickelt, hält den Fortschritt im Alltag nicht bei. Physische und psychische Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche früher bereits im Vorschulalter entwickelt waren, werden heutzutage, wenn überhaupt, erst später erlernt. Dies führt zu Problemen im Alltag. Der starke Anstieg an ADS und ADHS-Diagnosen ist nur ein stellvertretendes Beispiel dafür. Übungsleiter aller Sportvereine und sozialer Einrichtungen bestätigen diese negative Entwicklung.

Die traditionellen asiatischen Kampfkünste sind eine optimale psycho-motorische Schulung für Menschen aller Altersklassen. Geistige Leistungsfähigkeit, ein gutes Körpergefühl und ein hohes Maß an Körperbeherrschung zeichnen einen Budoka, einen traditionellen Kampfkünstler, aus.


Die Ziele:

 ·      Förderung der psychomotorischen Entwicklung

·        Förderung der Konzentrationsfähigkeit

·        Förderung sozialer und persönlicher Kompetenzen

o   Kommunikation

o   Konfliktverhalten

o   Toleranz

o   Disziplin

o   Respekt

o   Ehre

o   Selbstbewusstsein


Der Name:

Nach altem chinesischem Verständnis ist "Bonsai" eine Kunst, um die Harmonie zwischen der Natur und dem Menschen darzustellen. Junge Pflanzen werden in einer Schale gepflegt und entsprechend ihres Wesens geformt, um nach vielen Jahren der Entwicklung zu ihrer wahren Blüte zu gelangen. Der Mensch zeigt seinen Einfluss in dieser Pflanze, ohne jedoch ihrer Natur zu widersprechen. Somit trifft der Begriff „Bonsai“ genau den Kern unseres Konzeptes.


Die Umsetzung:

Wichtigster Leitsatz:  Das Kind muss Spaß am Training haben!

Unter Berücksichtigung fundierter lernwissenschaftlicher Erkenntnisse entdecken unsere Bonsais die traditionellen Kampfkünste auf einem eher spielerischen Weg. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit sind abhängig vom sogenannten "Passiven Bewegungsapparat". Dieser darf noch nicht so belastet werden, wie es bei Älteren der Fall ist. Wir setzen Reize zur Entwicklung von Beweglichkeit, Koordination, Wahrnehmung, Motorik und Sozialverhalten durch Spiel und Bewegungsaufgaben, selbstständiges Erproben und Gruppenaufgaben.

Natürlich kommen die Elemente der Kampfkunst "Kun-Tai-Ko" nicht zu kurz. Sie werden in die Aufgaben mit eingebunden. Aber im entwicklungsgerechten Maßstab, nicht nach dem leistungsorientierten Maßstab der Erwachsenen.

Aus diesem Grunde wird die jeweilige Tagesform der Bonsais in jedem Training berücksichtigt. Das Niveau der Inhalte soll die Schüler fordern. Über- und Unterforderung soll vermieden werden. Es gibt keine Vereinsmeisterschaften oder ähnliches. Das TEAM BONSAI zeichnet sich auch dadurch aus, dass Leistungen rein individuell sind. Es soll keinen direkten Wettkampf oder sonst gearteter Leistungsvergleich stattfinden, der die Kinder unter einen Leistungs- und Erwartungsdruck setzt.

Die Inhalte der traditionellen Kampfkunst bringen die Bonsais dazu, sich mit sich selber, ihrem Geist und ihrem Körper auseinander zu setzen. Der Erfolg ist erst verzögert spürbar. Für die Kinder selber genauso wie für das gesamte soziale Umfeld.

Gürtelprüfungen sind im TEAM BONSAI erst einmal nicht vorgesehen. Als Anerkennung von individuellen Leistungen werden sogenannte gelbe Streifen vom Sensei (Meister/Trainer) verteilt, wenn Bestandteile des eigentlichen Prüfungsprogramms beherrscht werden. Dadurch sollen die Bonsais motiviert werden und innerhalb des Teams soll eine Hierarchie wie im richtigen Budo-Training aufgebaut werden. Bonsais lernen so den Umgang mit Strukturen einer Gesellschaft. Zum Beispiel durch Respekt vor „Höhergraduierten“ als auch die Verantwortung, selber ein „Höhergraduierter“ zu sein.

Erst wenn ein Bonsai das 10. Lebensjahr vollendet hat, wird die Gelbgurt-Prüfung wichtig. Mit erfolgreich absolvierter Prüfung wird der Bonsai in die Jugendgruppe übergeleitet. Dort wird dann das eigentliche Kun-Tai-Ko gelehrt. Der ehemalige Bonsai kann direkt im dortigen Training einsteigen.


Beispiel:

2. gelber Streifen für die Kinder aus dem "Team Bonsai" !

Am 24.02.12 haben alle Mitglieder des Team Bonsai mit Erfolg ihre "Prüfung" für den 2. gelben Streifen abgelegt.

Der "gelbe Streifen" ist eine stufenweise Vorbereitung für die Kleinen auf die erste offizielle Graduierungs-Prüfung im Kun-Tai-Ko, dem 5. Kyu (Schülergrad). Dieser wird durch einen gelben Gürtel gekennzeichnet.

Impressionen dieses Ereignisses:

Die Meditation im Za-Zen, ein Moment der Ruhe...

Nichts geht ohne Aufwärmspiel...

Liegestütze wollen gelernt sein...


Kihon, die KTK-Grundtechniken


Kara-Tsuki, der gezielte Schlag... ;-)


Die Gürtel bekommen ihre Streifen....

Das "Team Bonsai"