Kun-Tai-Ko

Kun-Tai-Ko ist eine "synkretistische" Kampfkunst. Ein All-Style-Karate.

Auf Normaldeutsch: Aus verschiedenen asiatischen Kampfkünsten wurde von erfahrenen Großmeistern ein System entwickelt, welches Teile unterschiedlicher traditioneller Kampfkunststile mit den Anforderungen an moderner Selbstverteidigung verbindet.

"Kun-Tai-Ko Nordeifel e.V." lehrt Kun-Tai-Ko nach Soke Lucien Victor Ott in direkter Verbindung mit der Lehre des Kyusho Jitsu nach George Dillman. Das Kun-Tai-Ko bildet die Basis, um die tiefgreifenden Lehren des Kyusho Jitsu zu vermitteln. Eine effektive Kampfkunst für Körper und Geist!

Durch das Karate schulen wir neben den Reflexen und den Bewegungsmustern auch die philosophischen Perspektiven des Kun-Tai-Ko. Zusammen mit den Lehren des Kyusho-Jitsu entsteht eine Kampfkunst, die sehr eng mit dem Jiu-Jitsu verwandt ist.

 

Das Ziel

Ziel der Ausbildung  ist die Fähigkeit, eine unausweichliche körperliche Auseinandersetzung in wenigen Sekunden erfolgreich zu beenden.

 

Kleidung und Ausrüstung

Als Kleidung wird ein schwarzer Karate-Anzug (Do-Gi) getragen. Für Männer ist ein Tiefschutz Pflicht, sobald mit einem Partner trainiert wird. Weitere Ausrüstung ist am Anfang nicht erforderlich. Für das Training im Bereich Selbstverteidigung werden Übungswaffen verwendet.

Es besteht für Mitglieder die Möglichkeit, die benötigte Ausrüstung über den Verein zu erhalten.

 

Grundschule (Kihon)

 Kihon stellt die Karate-Grundschule dar. Dort ist es nötig, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, damit Schwierigkeiten bei der Technikausführung erkannt und gelöst werden können. Im KTK beschäftigt sich die Kihon primär mit der Bewegungslehre sowie mit diversen Trainingseinheiten im Bereich der Präzision und der Kraft. Die Disziplin beim Erlernen der Techniken fordert die Auseinandersetzung mit dem eigenen Charakter.

 

Kata

Kata beim Karate wie auch beim Kun-Tai-Ko ist vordergründig die stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner und in allen Formen traditioneller asiatischer Kampfkünste vorzufinden. Durch die Kata wird die Beherrschung der Techniken sowie die innere Haltung geschult. Die wichtigsten Punkte der Kata sind:

  • Atmung
  • Ruhe
  • Gleichgewicht
  • Motorik
  • Rhythmus
  • Entschlossenheit
  • Wahrnehmung
  • Genauigkeit
  • Gelassenheit

In der späteren Entwicklung erfährt der Kata-Praktizierende, dass die Techniken in den Kata die Schlüssel zu einer effektiven Selbstverteidigung sind. Die erste Stufe dieser entwickelten Techniken heißt "Bunkai". Dieses Bunkai zeigt dem Schüler, dass die Selbstverteidigungstechniken, welche er angeblich neu erlernt, im Vorfeld schon in den Kata versteckt waren, die er bereits geübt hat. Daher ist die exakte Durchführung der Kata so wichtig, damit später daraus effektive Techniken zur Verteidigung werden. Der Schüler entdeckt das Karate-Jitsu.

Im weiteren Verlauf von langem Training und Verstehen der Kata eröffnen sich dem Schüler weitere Stufen: "Omote" und "Okuden". Der Praktizierende erkennt die Vielfältigkeit der Kata, erlernt die Nutzung der Vitalpunkte nach den alten Regeln der traditionellen asiatischen Medizin. Kämpfen und Heilen liegen hier im Fokus.

 

Fallschule

Das Fallen erfreut sich bei den Anfängern keiner großen Beliebtheit, denn es erfordert Selbstüberwindung. Das Prinzip aller Fallübungen ist, den Sturz für den eigenen Körper erträglicher zu machen, indem die Wucht des Falles auf den ganzen Körper verteilt wird.

 

Selbstverteidigung

Verteidigungstechniken dienen zur Abwehr verschiedenster Attacken wie beispielsweise würgen, klammern, treten, schlagen und festhalten, aber auch zur Verteidigung gegen Angriffe mit verschiedenen Waffen.

Im Gegensatz zur Kihon (Grundschule) und Kata,  in denen die Techniken exakt nach Vorgabe ausgeführt werden müssen, verfügt der Sensei in der Selbstverteidigung über die Möglichkeit, auf die individuellen geistigen und körperlichen Voraussetzungen der Schüler einzugehen und die Techniken anzupassen.

Einen hohen Stellenwert bei der Selbstverteidigung hat die Kenntnis der menschlichen Anatomie, Biomechanik und Physiologie und sowie die aus Akupunktur und Akupressur bekannten Nervenpunkte, Letztere erhöhen die Effizienz der Selbstverteidigung , da deren Nutzung die Techniken effektiver und präziser zu machen.

 

Bruchtest (Tameshiwari)

Der Bruchtest ist im Kun-Tai-Ko das Zerschlagen von Brettern mit der Hand, dem Ellbogen oder dem Fuß. Prüfungsrelevant wird es ab der Prüfung zum 4. Kyu. Dort wird mit 1-3cm dicken Brettern begonnen. Mit steigender Graduierung steigen die Anforderungen an den Karateka .Tameshiwari ist eine Lernerfolgskontrolle für Schüler und Meister. Hier zeigt sich, ob die Techniken gelernt und der Geist gefestigt wurden.

 

Kuatsu (Kappo)

Die Kunst des Kuatsu ist mehrere Jahrhunderte alt und beruht auf die Stimulation von energetischen Punkten, die aus Akupunktur und Akupressur bekannt sind. Diese Kunst wird erst in recht hohen Graduierungen gelehrt. Kuatsu ersetzt keinen „Erste Hilfe-Kurs“!

 

Freikampf (Kumite)

Kumite ist eine Wettkampfform und stellt den Kampf zweier Gegner ohne vorherige Absprache der Techniken dar. Im Kun-Tai-Ko wird der Freikampf oftmals auch in Form des Kickboxens ausgetragen, weshalb viele KTK-Schulen auch Kickboxen in ihrem Basisprogramm anbieten. Prüfungsrelevant ist das Kumite ab der Prüfung zum 3. Kyu.

 

Prüfungsfreie Inhalte:

Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht prüfbar. Im Dojo Kun-Tai-Ko Nordeifel hat die Entwicklung der geistigen und charakterlichen Züge der Schüler einen sehr hohen Stellenwert.

Neben der Möglichkeit, Seminaren beizuwohnen wird auch im Training selber auf die Philosophie des Karate und die damit verbundenen ethischen Gegebenheiten geachtet.

 

Meditation

Zu Beginn und am Ende jedes Trainings wird meditiert. Zu Beginn, damit man vom Alltag loslassen und sich geistig für das kommende Training frei machen kann. Zur Ruhe kommen. Am Ende des Trainings wird meditiert, um die Erfahrungen aus dem Training nachwirken zu lassen.

 

Fitness

Körperliche Betätigung hilft dem Körper nicht nur der der Abwehr von Erregern, sondern stärkt ihn auch im Umgang mit den Alltagsbelastungen, allen voran negativem Stress. Das Training bei KTK Nordeifel ist so ausgelegt, dass die Schüler gefordert, aber nicht überfordert werden. Mit Gymnastik wird die für die Karate-Techniken erforderliche Beweglichkeit erreicht. Durch die ständige ganzheitliche Bewegung baut sich ein stützender Muskelapparat im Körper auf. Das Wohlbefinden, der Stoffwechsel und die Ausdauer steigen.


Prüfungsvoraussetzungen

 

Ein Schüler erfragt sich niemals seine Prüfungszulassung! Tut er dies dennoch zeigt er dem Meister, dass er, der Schüler, eine wichtige, geistige Voraussetzung nicht erfüllt. Der Sensei bietet einem Schüler bei entsprechender Eignung die Möglichkeit zur Prüfung an. Der Prüfungstermin wird frühzeitig festgelegt und der Schüler wird nun speziell auf diese Prüfung vorbereitet.

Über die verschiedenen Verbände werden Lehrgänge angeboten. Abhängig vom geprüften Niveau müssen im Vorfeld vom Schüler bestimmte Lehrgänge auf nationaler und internationaler Ebene absolviert werden.

 

 

Graduierung

 

Als Anfänger erhält man den weißen Gürtel zusammen mit seinem Do-Gi. Nach erfolgreichen Studium der Techniken für den nächst höheren Rang gewährt der Meister (Sensei) dem Schüler (Deshi) die Möglichkeit, bei einer Prüfung einen Rang aufzusteigen.

Einerseits bedeutet ein höherer Rang den Zugang zu mehr Wissen und neuen Techniken, zugleich bedeutet er aber auch eine höhere Verantwortung gegenüber den anderen Schülern und sich selbst.

Die Schülergrade werden als „Kyu" bezeichnet und sind wie folgt eingeteilt:

Anfänger
(weiß)

5. Kyu
(gelb)

4. Kyu
(orange)

3. Kyu
(grün)

2. Kyu
(blau)

1. Kyu
(braun)

Anschließend folgen die Meistergrade, welche als „Dan“ bezeichnet werden.